Fahrzeugdiebstahl: 8 Tipps gegen Autoklau

Fahrzeugdiebstahl

Fahrzeugdiebstahl: in Deutschland werden etwa zwei Autos werden pro Stunde geknackt. | Bildquelle: colourbox.de

Stellen Sie sich vor, Sie verlassen morgens in aller Frühe die Wohnung, um zu Ihrer Arbeitsstelle zu fahren – und das Auto ist weg. Ein Albtraum. Doch nicht nur Autos, auch sonstige fahrbare Untersätze werden in Deutschland gestohlen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) nennt im Oktober 2015 Zahlen für das Jahr 2014: Rechnerisch sei etwa alle 30 Minuten ein kaskoversicherter Pkw gestohlen worden. Macht übers Jahr insgesamt 17.895 Pkw, deren Besitzerinnen oder Besitzer plötzlich vor einem leeren Parkplatz standen. 7.226 motorisierte Zweiräder wurden ebenfalls geklaut.

Die Polizei hat etwas höhere Zahlen festgestellt: 18.549 PKWs seien 2015 entwendet worden, so ist es im „Bundeslagebild Kfz-Kriminalität 2014“ zu lesen, das vom Bundeskriminalamt herausgegeben wird.

Youtube-Video von tvde6784 zum Thema Autodiebstahl

Vorgehensweise professioneller Autoknacker

Wie kann man sein Fahrzeug vor Diebstahl schützen?

1. Umziehen

Falls man in Berlin (4.162 gestohlene Pkw) oder Nordrhein-Westfalen (4.027 gestohlene Pkw) wohnt, würde ein Umzug bereits das Diebstahlrisiko senken. Besonders, wenn man ins Saarland (111 gestohlene Autos, aber steigende Diebstahltendenz), nach Bremen (125), Thüringen (248) oder Rheinland-Pfalz (336) zieht.

2. Marke wechseln

Infografik: Deutschlands meistgeklaute Automarken | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Auch die Automarke könnte man wechseln, um sich vor Autodiebstahl zu schützen: Autodiebe sind nun einmal sehr markenbewusst.

Doch es gibt auch kostengünstigere Methoden als die beiden ersten, nicht ganz ernst gemeinten:

3. Fahrzeug komplett verriegeln

Wichtig ist es, das Fahrzeug sorgfältig abzuschließen – also Fenster, Türen, Cabrio- oder Schiebedach sowie Kofferraum. Lassen Sie zudem immer das Lenkradschloss einrasten. Prüfen Sie besonders bei der Zentralverriegelungen mit Fernbedienung, ob das Auto wirklich verschlossen ist: Die Fernbedienung könnte per Funkblocker manipuliert werden.

4. Verlockendes entfernen

Alles, was Diebe verlocken könnte wie Taschen, Handys, Geldbeutel, Laptop, mobiles Navigationsgerät, teure Kleidungsstücke und sonstige Wertgegenstände sollten auf keinen Fall zu sehen sein und am besten auch gar nicht im Auto aufbewahrt werden. Das Handschuhfach kann man aber offen lassen und so zeigen, dass es nichts Wertvolles enthält.

5. Wichtiges mitnehmen

Fahrzeugpapiere, Versicherungsunterlagen, Hausschlüssel und Ersatzschlüssel fürs Auto haben natürlich im Auto ebenfalls nichts zu suchen. Wer die Ersatzschlüssel im Wagen lässt, verliert übrigens seinen Versicherungsschutz, weil er grob fahrlässig handelt. Nehmen Sie alle Unterlagen mit, die es einem Dieb leicht machen würden, das Auto als sein eigenes auszugeben.

6. Sicher parken

Ob in der Tiefgarage, im Parkhaus oder auf der Straße: Parken Sie, wo es möglichst hell ist. Kein Dieb will gut beleuchtet werden, wenn er an Ihrem Auto herumfummelt. Wenn Sie einen bewachten Parkplatz wählen können, tun sie das.

Wenn Sie in der eigenen Garage parken: Verschließen Sie auf jeden Fall sowohl das Auto komplett als auch das Garagentor, die Garagenfenster und eventuell andere Zugänge zur Garage.

7. In Schutzsysteme fürs Auto investieren

Autodiebe sind in den meisten Fällen keine Gelegenheitsdiebe, sondern hochspezialisierte Banden, die gängige Schutzsysteme kennen und recht schnell knacken können. Moderne Funkschlüssel gelteni als generelle Sicherheitslücke. Dennoch: Es braucht natürlich mehr kriminelle Energie als in ein ungeschütztes Auto einzubrechen.

Viele Autos sind bereits ab Werk mit Diebstahlschutz wie der Wegfahrsperre versehen, aber man kann den Schutz auch nachträglich erhöhen. Es gibt verschieden Arten von Diebstahlschutzsystemen.

Mechanische Schutzsysteme:

Zu den mechanischen Diebstahlschutzsystemen zählen Lenkradkralle, Parkkralle und Gangschaltungssperre ebenso wie Felgenschlösser und zusätzliche Bolzenriegeschlösser für Türen und Kofferraum. An Seiten- und Heckscheibe kann man einen Einbruch mit Spezialfolien erschweren.

Elektronische Schutzsysteme:

Alarmanlagen mit Kontaktsensor, Innenraum- und Neigungsüberwachung sollte man für einen umfassenden Schutz am besten kombinieren. Zusätzlich gibt es noch GPS-gestützte Ortungssysteme, die es erleichtern, ein gestohlenes Fahrzeug wiederzufinden.

8. Einbruchschutz für die Garage

Sind Türen, Fenster oder Tore schlecht gesichert, ist das auch bei der Garage geradezu eine Einladung für Diebe – fatal, wenn es in der Garage auch noch einen direkten Zugang zum Haus gibt. Dann ist vielleicht nicht nur Ihr Auto weg, sondern damit wird auch noch alles, was in der Wohnung von Wert ist, bequem abtransportiert.

Widerstandsklasse 2 empfiehlt die Polizei für Garagenschlösser als Minimum. Einbruchhemmende Beschläge für Fenster und Türen sind in der Garage ebenso nützlich wie in der Wohnung oder im Haus. Wer noch sicherer gehen will, kann die Garage zusätzlich mit Überwachungskameras und einer sichtbaren Alarmsirene an der Außenwand versehen, um Diebe abzuschrecken.

Quellen: