Richtig einparken - Tipps und technische Hilfsmittel

Unfälle beim Parken

Nicht überall ist das Parken so einfach wie in der heimischen Garage. Park- und Rangierunfälle sind häufig, etwa die Hälfte aller Verkehrsunfälle mit Sachschäden geschieht beim rückwärts einparken. Mögliche Gründe für viele Parkunfälle sind schlechte Sicht, Zeitdruck und die falsch angewendete Einpark-Technik. In den letzten Jahren haben viele Automobilhersteller ihre Modelle vergrößert, die Ausmaße der Parkplätze sind jedoch gleich geblieben; somit ist es nun für viele Autofahrer noch schwieriger geworden, unfallfrei in den Parkplatz zu finden. Gerade das Parken in Großstädten ist für viele eine Qual. Bilder von mehr oder weniger amüsanten missglückten Einparkversuchen finden interessierte Leser unter anderem beim Kölner Stadtanzeiger und in der Münchner tz.

Richtig einparken vermeidet unnötige Schäden am Fahrzeug

(Richtig einparken, Blechschäden vermeiden. | Quelle: coulourbox.de)

Youtube-Video von Monthly Fails über Unglücke beim Einparken

(Glücklicherweise sind Personenschäden bei Parkunfällen eher selten.)

Eigentlich sollten alle Führerscheinbesitzer richtig einparken können, denn Einparken ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Fahrschulprüfung. Meistens ist nicht ein mangelndes Knowhow ursächlich, sondern die Angst davor, einen Unfall zu verursachen. Aus Angst wagen viele Autofahrer nicht einmal den Versuch und fahren am potentiellen Parkplatz vorbei. Besonders in engen Einbahnstraßen geben viele Menschen genervt auf, gerade wenn die hinteren Autos anfangen zu drängeln und zu hupen. Kurzschlussreaktionen sind gefährlich, Hektik und Panik verursachen schnelle und unbedachte Handlungen.

Rückwärts parken – die Anleitung

Schulterblick beim rückwärts einparken

(Blick über die Schulter: so funktioniert rückwärts einparken. | Quelle: colourbox.de)

Mithilfe der sogenannten Tastgeschwindigkeit kann das rückwärts Auto optimal in den potentiellen Parkplatz einrangiert werden, dabei wird der PKW behutsam bewegt und die Kupplung wird immer wieder leicht angetreten. Durch die langsame Fahrweise kann das Einparken ideal gesteuert werden. Prinzipiell gilt langsam fahren, schnell lenken. Um das Fahrzeug ideal in der Lücke zu parken sollte die Reaktion und somit das Lenken zügig erfolgen. Es ist wichtig, den Verkehr dabei im Blick zu haben. Viele Autofahrer machen den Fehler und benutzen ausschließlich die Seiten und Rückspiegel. Ein Schulterblick nach hinten ist wichtig, um die Gefährdung von Fußgängern und Fahrradfahrer auszuschließen. Rückwärts einparken Tipps und Techniken zum richtig einparken lernen:

  • Schritt 1: Blinker setzen und neben dem vor dem freien Parkplatz stehenden Fahrzeug anhalten, zwischen den beiden Fahrzeugen sollten circa 30 Zentimeter Platz sein.
  • Schritt 2: Das Fahrzeug wird in gerader Linie zurückgesetzt, bis die hintere Rückenlehne auf der Höhe von der Parklücke steht.
  • Schritt 3: Das Lenkrad wird ganz nach rechts eingeschlagen, dabei ist es wichtig, vorab den Verkehr auf der linken Seite nochmals zu beobachten, da der PKW im nächsten Moment nach links ausscheren wird. Durch den Seitenspiegel kann die Position kontrolliert werden, wenn sich der rechte Außenspiegel auf gleicher Höhe mit der Parkplatz befindet, wird erstmal gestoppt.
  • Schritt 4: Nun gilt es, gegenzulenken indem das Lenkrad bis zum Anschlag nach rechts eingeschlagen wird. Dabei sollte das Heck vom vorderen PKW im Blick behalten werden, durch das rechte Fenster wird der Abstand zum Bordstein kontrolliert.
  • Schritt 5: Vor dem Zurücksetzten wird das Lenkrad ganz nach links eingeschlagen. Durch einen Blick in die Mitte des Hecks kann die Park Position ideal bestimmt werden.
    Quelle: http://www.meinschein.at/ausbildung/einparken

Nun steht das Auto auf dem Parkplatz! Jetzt kann keiner mehr sagen: „Ich kann nicht parken“. Wer diese einfachen Schritte befolgt, kann das Einparken erlernen. Mit ein Bisschen Übung funktioniert das Einparken nach und nach immer einfacher und schneller.

Richtig einparken durch Einparkhilfen

Neben der Einpark-Anleitung ist eine Einparkhilfe eine große Erleichterung beim Parken. In vielen Neuwagen sind diese bereits installiert. Einparkhilfe nachrüsten, ist das sinnvoll? Aktuell gibt es Einparkhilfen in optischen und akustischen Versionen. Viele Automobilhersteller stellen eine Kombination her, mithilfe von Ultraschall Sensoren werden die Abstände gemessen. Die Systeme sind eine gute Unterstützung beim richtigen Einparken.

Benutzerfreundliche Steuerung eines Touch Sceens

(Benutzerfreundliche Steuerung eines Touch Sceens. | Quelle: colourbox.de)

Die optische Einparkhilfe erweitert die Sicht beim Parken, indem der Abstand zum Hindernis auf einem Display angezeigt wird. Je näher das Hindernis an das Auto rückt desto intensiver blinken die Lichter.

Die akustische Einparkhilfe erzeugt beim Parken einen Warnton, dessen Intervall immer kürzer wird und sich mit dem immer kleiner werdenden Abstand zum Dauerton entwickelt.

Optisch-akustische-Einparkhilfe zeigen den Abstand auf einem Display an, parallel dazu ist auch ein Warnsignal zu hören, das nach dem exakten Prinzip der akustischen Einparkhilfe funktioniert.

Einparkhilfe nachrüsten - das funktioniert mit geringem Aufwand. Die Preisspanne variiert je nach Anbieter und Modell zwischen 50 und 500 Euro. Wer die Einparkhilfe selbst einbauen möchte, sollte ein gewisses Vorwissen mitbringen und idealer Weise Hobbybastler sein, denn die Koppelung der Stromversorgung mit dem Rückfahrscheinwerfer ist nicht ganz unproblematisch. Im Zweifelsfall sollte eine Fachwerkstatt beauftragt werden. Die Kosten belaufen sich auf 150 bis 350 Euro.

Die Anschaffung von Einparkhilfen lohnt sich auf lange Sicht gesehen, denn diese Investition ist einmalig, erleichtert das richtige einparken, verhindert Parkunfälle und spart die ansonsten anfallenden Kosten für Fahrzeugreparaturen.

Einparkhilfen sind eine durchaus nützliche Unterstützung beim Parken. Trotz dieser hilfreichen und praktisch anwendbaren Tipps und Tricks sollte auf keinen Fall vergessen werden, selbst beim Einparken nachzudenken.