Wassereinspritzung – Motortuning fürs Auto?

Motortuning fürs Auto mit Wassereinspritzung

Per Wassereinspritzung zum Leistungsschub | Bildquelle: colourbox.de

Die Einspritzung von Wasser in den Motor eines Autos soll einen bemerkenswerten Leistungsanschub mit sich bringen: Ja, ganze 20 bis 40 % mehr Leistung kann ein Motor dadurch aufbringen, während sich gleichzeitig die Abgase und der Benzinverbrauch senken. Wie das Ganze funktioniert? Das erklären wir hier!

Turbotechnik Wassereinspritzung – so geht´s

Für die Einspritzung von Wasser in den Motor muss mittels einer sogenannten Kolbenhochdruck-Pumpe Wasser oder eine Mischung aus Wasser und Alkohol angesaugt werden. Das funktioniert aber erst, wenn ein gewisser Ladedruck gegeben ist. Das Wasser bzw. das Gemisch sollte mittels einer Düse und mit Hilfe eines Ventils in den Brennraum eingesprüht werden.

Das Wasser oder die Wasser-Methanol-Mischung, wie sie häufig Verwendung findet, befindet sich normalerweise in einem separaten Vorratsbehälter, der im Motorraum untergebracht ist. Alternativ können Sie die Flüssigkeit über den Behälter der Scheibenwisch-Anlage in den Motor leiten.

Übrigens: Handelt es sich um eine relativ einfache Anlage zur Wassereinspritzung, dann ist die Einspritzungsmenge schon fix voreingestellt. Anders verhält es sich mit komplexeren Wasser-Einspritzanlagen. Diese regeln die Einspritzmenge ganz automatisch und proportional zum jeweiligen Ladedruck. Auf diese Weise können Sie sicher sein, dass sich immer die richtige Menge Wasser im Motor befindet.

Welchen Effekt hat Wasser im Motor?

Mit Hilfe von Wasser bzw. einer Wasser-Methanol-Einspritzung soll das Gemisch aus Benzin und Luft, welches im Brennraum vorherrscht, abgekühlt werden. Das führt dazu, dass die Dichte der Luft und die des Sauerstoffgehalts steigen. Das Resultat: Der Verbrennungsprozess geht schneller und stärker voran, so dass der Motor auch mehr Leistung erbringen kann.

ußerdem macht die Wassereinspritzung das genannte Gemisch klopffester, so lässt sich ein stärkerer Ladedruck und eine schnellere Zündung bewerkstelligen. Meist wird für das Motortuning eine Wasser-Methanol-Einspritzung gewählt, weil Methanol die Klopffestigkeit stärker fördert und sich wie ein Treibstoff-Zusatz auswirkt.

Die Einspritzung von Wasser – was bringt das?

Ein System zur Wassereinspritzung hat durchaus seine Vorteile. Theoretisch können Sie so Wärmebildung im Motor ausgleichen, um ihn leistungsfähiger zu machen. Wie hoch die Mehrleistung dann aber tatsächlich ausfällt, bestimmt die Leistung des Turboladers selbst. Wird die Wassereinspritzung bei hochwertigen Turbinen eingesetzt, kann die Motorleistung tatsächlich bis zu 40 % ansteigen. Gewöhnliche Turbolader kommen mit dieser Methode dahingegen auf rund 20-30 % Leistungssteigerung. Höhere Leistungsschübe lassen sich nur dann erreichen, wenn neben der Wassereinspritzung größere Turbolader hinzukommen. Darüber hinaus reduzieren sich dadurch auch der Benzinverbrauch um 15 % und die Schadstoffemissionen.

Die Vorteile der Wassereinspritzung

  • Verschleißschutz für den Motor aufgrund der geringeren thermischen Belastung
  • Benzinverbrauch verringert sich
  • Weniger Schadstoffemissionen
  • Keine Ölkohlebildung im Motor-Brennraum
  • Frühere Zündung möglich
  • Kein Verlust von Ladedruck

Wasser oder Wasser-Methanol-Einspritzung – das richtige Kühlmittel wählen!

Zur Einspritzung eignet sich Wasser oder ein Gemisch aus Wasser und Alkohol. Wer mit reinem Wasser hantiert, sollte nur destilliertes oder demineralisiertes verwenden, damit keine Kalkablagerungen im Inneren des Motors oder an Ventilen auftreten.

Bei einem Wasser-Alkohol-Gemisch liegt das Mischungsverhältnis in der Regel 70 zu 30. Zwar wird Methanol aufgrund seiner Boosterfunktion bevorzugt, doch auch Ethanol und Isopropanol sind geeignet, dazumal sie im Handel einfacher erhältlich sind. Wenn Sie sich für die anderen beiden Stoffe entscheiden, sollte das Mischverhältnis gleichmäßig bei 50 zu 50 liegen.

Der Verbrauch des Kühlmittels hängt immer vom Motortyp und dem Kühlsystem ab. Pauschal lässt sich sagen: Ca. 0,6 bis 1 Liter werden pro 100 Kilometer aufgebraucht.